Deutsche und tschechische Schüler präsentierten ihre Heimatstadt in Cheb/Eger
Cheb/Eger – "Grenzüberschreitungen" lautet der Titel eines deutsch-tschechischen Projektes, das erstmals im Frühjahr dieses Jahres in Plauen angelaufen ist. Organisator der bilateralen Arbeitsgruppe, die sowohl auf Jugend- wie auch auf Erwachsenenbildung setzt, ist die in Praha/Prag beheimatete Nichtregierungsorganisation "Antikomplex". Am 21. März trafen sich in der Jugendherberge "Alte Feuerwache" in Plauen unter dem Motto "Regionalgeschichte verbindet" 65 Kinder und Jugendlichen aus vier verschiedenen Städten. Neben der Plauener Vertretung vom Beruflichen Schulzentrum e.o. plauen kamen die Schülerinnen und Schüler vom Staatlichen Gymnasium im thüringischen Greiz, vom Gymnasium Cheb/Eger sowie aus der Grundschule in Kraslice/Graslitz. Ende März erfolgte dann die Auftaktveranstaltung auf dem Oberen Schloss in Greiz, ehe jüngst ein drittes Treffen im Gymnasium der Stadt Cheb/Eger angesetzt war. Eine weitere Zusammenkunft ist für Oktober in Greiz geplant.
"An diesem grenzüberschreitenden und breit angelegten Projekt beteiligen sich vier Partner", erklärte Ondřej Matějka, einer der Hauptverantwortlichen des Programms. Dazu gehört, neben "Antikomplex", der in Greiz ansässige Verein "Dialog mit Böhmen", das Institut für Europäische Regionalgeschichte unter Prof. Dr. Miloš Řezník an der Technischen Universität Chemnitz, das zugleich den Forschungsauftrag innerhalb des Projektes übernommen hat, sowie das Landkreisarchiv Cheb. "Das Ziel der Zusammenkunft von Schülern verschiedener Nationalitäten und unterschiedlichen Alters besteht darin, mithilfe der Regionalgeschichte die Identität einer Region grenzüberschreitenden zu stärken", informierte Ondřej Matějka. Dabei bezieht sich der Regionsbegriff auf das Grenzgebiet in Westböhmen, Südostthüringen und Westsachsen. Die Ergebnisse der Zusammenkünfte der Schüler aus beiden Ländern sollen dann den Menschen auf unterschiedlichen Wegen näher gebracht werden. "Wir planen, eine Ausstellung darüber zu organisieren und ein Buch zu veröffentlichen", so der Mitorganisator.
Nach einem auflockernden Kennenlernspiel ging es an jenem Donnerstagnachmittag in Cheb/Eger auch schon an die inhaltliche Arbeit: Die Ergebnisse der letzten Treffen wurden von den Schülern in einzelnen Gruppen präsentiert und ausgewertet; übersetzt wurde das Gesprochene von den Organisatoren der Veranstaltung. Neben der geschichtlichen Entwicklung der eigenen Stadt und der Region, das mit zahlreichen Fotos verbunden worden ist, spielten auch bedeutende Orte, Plätze, Straßen und Häuser, die eng mit der Geschichte der jeweiligen Kommune verbunden sind, eine herausragende Rolle. Die Zwölftklässler des BSZ e.o. plauen sprachen bei der Darstellung ihrer Heimatstadt über interessante Sehenswürdigkeiten und beliebte Ausflugsziele in der nahen Umgebung. Dabei durfte natürlich das Alte Rathaus und das Stadtbad ebenso wenig fehlen wie der Nonnenturm, die Alte Elsterbrücke sowie die Friedens- und Elstertalbrücke. Auch kamen die "Vogtland-Arena" in Klingenthal und das Sächsische Staatsbad Bad Brambach zur Sprache.
Das noch zwei Jahre währende Programm wird als ein so genanntes "Ziel-3-Projekt" über die Sächsische Aufbaubank aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.
Fotos zu den beiden Projekttagen gibt es hier.
Eric Holtschke
