Bayerisches Fernsehen interessiert sich für "Antikomplex"
Cheb/Eger - Treffpunkt des Zusammenkommens um 9 Uhr am Freitagmorgen war der tschechisch-bayerische Grenzübergang Waldsassen-Svatý Kříž/Heiligenkreuz. Die Bild- und Tontechniker des Bayerischen Fernsehens reisten zusammen mit dem Dokumentarfilmer Heio Letzel, der für die inhaltliche Ausrichtung der Sendung zuständig ist, aus der bayerischen Landeshauptstadt an. Der Weg führte weiter zum Bismarckturm nach Cheb/Eger, wo die mehr als zweistündigen Dreharbeiten auf dem Programm standen. In den Fokus der Betrachtung rückte dabei die Vorstellung der Arbeit von "Antikomplex". Doch auch Ondřej Matějkas persönliche Sicht auf die Dinge der zu verarbeitenden Historie war von nicht minderer Bedeutung, das in Form eines Interviews mit dem Direktor der Nicht-Regierungs-Organisation realisiert worden ist.
Geschichte zum Anfassen
Zunächst, das nahm den wohl größten Part in den Dreharbeiten ein, mussten Ondřej Matějka und Eric Holtschke eine Spurensuche inszenieren. Ausgestattet mit Fotoapparat, Notizblock und unseren nur minder ausgeprägten schauspielerischen Fähigkeiten galt es, sich auf die Spuren der sudetendeutschen Vergangenheit zu begeben. Als Rahmen dafür diente die Kirche des ehemaligen Dörfchens Horní Pelhřimov/Oberpilmsreuth nahe Cheb/Eger. Wie im Buch "Zmizelé sudety"/"Das verschwundene Sudetenland" (geschrieben von Petr Mikšíček, Matěj Spurný, Ondřej Matějka und Susanne Spurná) auf Seite 251 eindrucksvoll zu erkennen ist, war der längst verlassene Ort vor mehr als 110 Jahren noch eine funktionierende Siedlung inmitten einer wundervollen Landschaft. Heute finden Sich in der einstigen menschlichen Kulturlandschaft nur noch die Landschaft der Natur wieder, wenn auch, durch ihre Vielfalt in Flora und Fauna, in beeindruckender Art und Weise. Die anfänglich nur gespielte "Spurensuche" erwies sich nach einiger Zeit als etwas Tatsächliches, als etwas Fassbares und Wahrnehmbares. Alte Gemäuer, dunkle Ruinen und das Zurückerobern der Natur - das war das wahre Schauspiel: authentisch, nachdenklich, tiefgründig. Und so entwickelte sich die Suche nach Spuren zu einer Suche mit einem Ertrag; einem Ertrag, der auf der mentalen Ebene angesiedelt ist und in Fotografien des versunkenen Ortes seinen Ausdruck finden kann.
Programm für 2012
Zusehen sein wird die Sendung mit dem vorläufigen Arbeitstitel "Alte Quellen versiegen nicht" im Rahmen der Sendereihe "Unter unserem Himmel" erst im kommenden Jahr. Wer jetzt schon einschalten und die Werke von Heio Letzel bewundern möchte, der kann dies jeden Sonntag um 19 Uhr auf BR3 tun. Das Team von "Antikomplex" bedankt sich in diesem Atemzug bei dem Filmemacher und seinen technischen Assistenten für das entgegengebrachte Interesse und Vertrauen sowie für die Einladung zu einem wohlschmeckenden Mittagsmahl nahe dem Egerer Marktplatz. Für uns war es ebenfalls interessant zu sehen, welch Arbeit, Mühen und Fleiß in einem solchen Dokumentarfilm stecken.
Eric Holtschke
