Die Jugend lädt Zeitzeugen der Vertreibung nach Prag ein

Anfang November veranstalten Antikomplex und der Sdužení Ackermann-Gemeinde das Projekt „Versöhnung 2016“, in dessen Rahmen sie Zeugen der Vertreibung, ihre Nachkommen und die tschechische Gesellschaft zu einem Konzert mit Kunstinstallation, einer Ausstellung und einer Debatte nach Prag einladen. Um dieses Projekt zu realisieren, haben sie jetzt eine Crowdfundig-Kampange auf dem Portal HitHit ins Leben gerufen.

Die Jugend lädt Zeitzeugen der Vertreibung nach Prag ein

Anfang November veranstalten mehrere junge Leute in Zusammenarbeit mit Antikomplex  und der Sdužení Ackermann-Gemeinde das Projekt „Versöhnung 2016“, in dessen Rahmen sie Zeugen der Vertreibung, ihre Nachkommen und die tschechische Gesellschaft zu einem Konzert mit Kunstinstallation, einer Ausstellung und einer Debatte nach Prag einladen. Um dieses Projekt zu realisieren, haben sie jetzt eine Crowdfundig-Kampange auf dem Portal HitHit ins Leben gerufen. So können nun auch Sie einen Beitrag zu „Versöhnung 2016“ leisten.

12.9.2016 Vor einem Jahr haben sich junge Studenten mit der Idee einige Zeitzeugen der Vertreibung als versöhnliche Geste nach Prag zu einem Konzert mit einer Ausstellung einzuladen an die Organisationen Antikomplex und die Sdružení Ackermann-Gemeinde gewendet. Beide Organisationen beschäftigen sich mit der deutsch-tschechischen Beziehung. Aus dieser Idee entstand dann das Projekt „Versöhnung 2016“, dessen Schirmherrschaft der Kulturminister Daniel Herman und der Bürgermeister von Prag 7 Jan Čižinský verleihen wurde. In dem Rahmen des Projektes wird es Tschechen und deutschen Zeitzeugen ermöglicht ins Gespräch zu kommen.

„Zeugen der Vertreibung habe ich vor 6 Jahren während eines Studienaufenthalts in Dresden getroffen. Ihre Erinnerungen blieben mir im Kopf und ich halte noch heute freundlichen Kontakt zu ihnen.“ Sagt Vlaďka Vojtíšková, eine der Initiatoren des Projektes. Ihre ehemalige Kommilitonin Hana Špirková wird durch die Geschichte ihrer eigenen Familie mit der Thematik verbunden – Die Vertreibung betraf auch einige ihrer Vorfahren. „Es tut mir Leid, dass ich kein Deutsch spreche, obwohl ich eigentlich Sudendeutsche Wurzeln habe.“ Sagt sie.

Das Projekt „Versöhnung 2016“  besteht aus drei Teilen:

  1. Ein Konzert der Versöhnung mit einem eigenes für die Veranstaltung komponierten Stück von Eliška  Cílkova, Trägerin des AHUV Preis für Komponisten unter 30 Jahren und einer Kunstinstallation von Josefína Jonášova, Gewinnerin des Rektorenpreises der Akademie der Künste. Beides findet am Samstag, den 5.11. um 19:30  in der Anthony Kirche in Prag 7 statt. Die teilnehmenden Zeitzeugen und deren Nachkommen bekommen die Unterkunft bezahlt.
  2. Die Ausstellung ‚Unter einem Dach‘ in der der Verein ‚Antikomplex‘ Geschichten von tschechisch-deutschen Freundschaften präsentiert. Freundschaften, zwischen Vertriebenen und Neusiedlern, die sich trotz der Schwierigkeiten der Geschichte über das gemeinsame Interesse für ein Haus oder eine Ortschaft entwickelten. Zu sehen sein wird die Ausstellung in der Nationalen Technischen Bibliothek, Prag 6. Später wird sie durch verschiedene Städte reisen. Einige der Schicksale werden auch in der Radiosendung  „Geschichten des 20. Jhd“ im tschechischen Rundfunk zuhören sein.
  3. Begleitend findet am Mittwoch, 2 11. am Abend im BIO OKO Kino in Prag 7 eine Debatte statt an, der unter anderen     Historikern, auch der Bürgermeister von Prag 7 und Geschichtslehrer Jan Čižinský und der Regisseur David Vondráček beteiligt sein werden.

 

Die Organisatoren sammeln jetzt Geld auf dem Crowdfundingportal HitHit, um das Projekt realisieren zu können:

Das Projekt ist einzigartig, da es Überlebende nach Prag einladet und als Geste der Versöhnung deren Kosten übernimmt. So bietet es auch der tschechischen Gesellschaft die Möglichkeit zum physischen Kontakt mit Zeitzeugen auch Ihrer Geschichte. (Aufgrund des Hohen Alters der geladenen Gäste ist es vielleicht auch eine der letzten Möglichkeiten.)

Die Webseite, die die Unterstützung des Projektes ermöglicht:

https://www.hithit.com/cs/project/2821/smireni-2016

„Unser Projekt wird vom deutsch-tschechischen Zukunftsfonds, der Hanns-Seidel-Stiftung, von Prag 7 und dem Bayerische Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration getragen. Aber wir wollen uns auch an einzelne Bürger der Tschechischen Republik wenden – so kann persönlich zur Versöhnung beigetragen werden.“  sagt Vlaďka Vojtíšková

Im Jahre 2016 ist die Vertreibung der deutschen Bevölkerung 70 Jahre her. Während dieser Vertreibung passierten als Folge des Gesetztes 115/1946 viele Verbrechen an Unschuldigen, die nie bestraft wurde.

 

Kontakt für Medien:

Vlaďka Vojtíšková, Hana Špirková: smireni2016@gmail.com

Telefon: 776 393 717, 721 931 877

 

 

Sdružení Ackermann-Gemeinde: sdruzeni@ackermann-gemeinde.cz

http://www.ackermann-gemeinde.cz/projektsmireni2016

 

Antikomplex: vavrova@antikomplex.cz

 

http://www.antikomplex.cz/smireni-2016.html

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