Offene Grenze – 10 Jahre später

Das Projekt „Offene Grenze – 10 Jahre später“ hat sich an Studenten tschechischer und sächsischer Hochschulen gewendet und ihnen ermöglicht, Veränderungen und Entwicklungen im Bereich des deutsch-tschechischen Grenzgebietes nach dem Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union und zum Schengen-Raum zu erkennen und zu beschreiben.

                              

 

Vor zehn Jahren trat die Tschechische Republik der EU bei, vor sieben Jahren schloss sie sich dem Schengen-Raum an. In zwei Schritten ist die Grenze zwischen der Tschechischen Republik und Sachsen fast vollständig verschwunden – aus Sicht der Geschichte sicher ein bedeutendes Ereignis. Aber wie nimmt es die breite Öffentlichkeit wahr? Welche historischen Ereignisse und menschlichen Geschichten verbinden und teilen die Bewohner auf beiden Seiten der Grenze? Wie sehen diese Leute den Bereich des Grenzgebietes in den nächsten zehn Jahren? 

Im Rahmen des Projektes haben wir uns detailliert auf das Grenzgebiet konzentriert. Autodiebstähle sowie Prostitution sind Aspekte, die die dortigen Anwohner genauso stark beschäftigen wie z.B. laufende Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur. Dem Projekt haben sich vier grenzüberschreitende Studentengruppen angeschlossen, die die betreffende Gegend mit einem kritischen Blick untersuchten und die Ergebnisse ihrer Arbeit in Form von Fotografien, Texten sowie Video- und Audio-Aufnahmen festgehaltet haben.

Wir haben untersucht, welche Veränderungen sich in diesen Regionen durch die Öffnung der Grenze nach dem Beitritt Tschechiens zum Schengener Raum ergeben haben, sowohl im Bezug auf die wirtschaftlichen, als auch sozialen und politischen Bedingungen. Ziel war es, auch die Diskussion über Fortschritte und Defizite in der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit anzuregen. Wir haben über Stereotype, verschiedene Klischees  und Vorurteile diskutiert und damit das deutsch-tschechische Miteinander unterstützt.

Dieser Aufgabe haben wir uns auch direkt vor Ort gewidmet. Während unterschiedlicher Abendveranstaltungen im Rahmen des Projektes konnten auch die Bewohner der Grenzregion an unseren Diskussionen teilnehmen. Ohne die zahlreichen Unterstützer vor Ort, wäre die Durchführung des Projektes nicht möglich gewesen. 

 

Ergebnisse des Projektes

Im Rahmen des Projektes ist eine Publikation entstanden, in der die Projektteilnehmer ihre konkretenBeobachtungen in der Region beschreiben, aber auch ihre neu gewonnenen  Erkenntnisse auf persönlicher Ebene reflektieren. Im Portal grenzgeschichten.net kann man kurze Filme anschauen, die ebenfalls während des Projektes ausgearbeitet wurden.

 

                              

 

Projektpartner:

Kooperationspartner: Brücke/Most-Stiftung, Dresden

Außerdem:

Univerzita J. E. Purkyně v Ústí nad Labem

Technická univerzita v Liberci

Technische Universität Dresden

Technische Universität Chemnitz

 

Das Projekt wurde finanziell unterstützt von:

Europäischer Fond für regionale Entwicklung

Programm Cíl 3 – Ziel 3

Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds

                              

 

                              

 

Die Teilnehmer des Projektes trafen sich am 30.9.2014 mit Deutschlands Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in der deutschen Botschaft in Prag, um über die EU-Erweiterung und die deutsch-tschechische Grenze zu diskutieren.

 

 

Im Verlauf des Projektes bearbeiteten die Studenten in zwei Gruppen verschieden Aspekte des Lebens in der Grenzregion. Die ersten Treffen der beiden Gruppen fanden im Oktober 2014 bei strahlendem Sonnenschein in Dresden statt, mit vielen interessanten Vorträgen, Gesprächen und Exkursionen ins Grenzgebiet.

 

 

Für die zweiten Seminare trafen sich die Teilnehmer im Januar und März 2015 erneut in Dresden. Während der sehr arbeitsintensiven Seminare wurden Interviews geführt, Geschichten erzählt, Filme gedreht und geschnitten und Texte geschrieben. Alle Teilnehmer können sehr zufrieden mit den Ergebnissen sein, die teilweise auch auf grenzgeschichten.net veröffentlicht wurden.

 

 

Die Ergebnisse der Arbeit der Studenten wurden am 7. März 2015 in der Brücke/Most-Villa in Dresden präsentiert. Außerdem konnten mehrere interessante Veranstaltungen zum Projekt realisiert werden.  Diese öffentliche Veranstaltungenn im tschechisch-sächsischen Grenzgebiet fanden von Januar-März 2015 statt.  So beispielsweise eine öffentliche Podiumsdiskusion zum Thema Zusammenarbeit im Grenzgebiet mit den Herren Pípal (Stadt Dubí) und Fischer (Stadt Altenberg) oder eine Filmvorführung mit Filmen über die Grenze im Kino Varšava in Liberec.

                                 

 

Mehr über das Projekt können Sie außerdem lesen:

im Blog der Projektteilnehmerinnen Natascha Hergert und Judith Fliehmann.

im Artikel "Zwischen Urlaub un Alltag," der sich mit den wirtschaftlichen Veränderungen im Grenzgebiet nach der Grenzöffnung befasst.

im Artikel "Vom einstigen Miteinander ist nicht viel geblieben," welcher Ihnen die Geschichte des Museums Altenbergs näherbringt.

im Artikel "Verboten aber toleriert," der die Problematik der Prostitution an der deutsch-tschechischen Grenze behandelt.

im Artikel "Nicht immer eine einfache Beziehung", in dem es um die Beziehung der Städte Dubí und Altenberg geht,

genau wie im Artikel "Deutsch-tschechische Beziehungen zwischen Altenberg und Dubí".

 

 

Unsere Arbeit

  • Unser neues Buch

    Weggehen und Wiederkehr

    Weggehen und Wiederkehr

    Das Leben der Deutschen in Sudetenland, die Vertreibung nach 1945, Herrkkunft nach Bayern und ein langer Prozess der Integration. Welche Erinnerungen haben die vetriebene Deutschen aus dieser Zeit und wie verändern sie sich im Rahmen der Generationen? Wie im Gegenteil schauen die Tschechen aus Sudetenland die deutsche Vergangenheit an? Das Buch ist eine Übersetzung aus dem deutschen Original Erinnerungskultur und Lebensläufe. Více informací

  • Buch

    Bei uns verblieben

    Bei uns verbliebene

    Bei uns verblieben. Die Präsentation des Buches fand am 10.10.2013 um 19:00 am Goethe-Institut Prag statt. Dagebliebene und Heimkehrer aus drei Generationen erzählen von ihren Erfahrungen als tschechische Deutsche. Diesen vierzehn Interviews sind drei fundierte Studien zur Geschichte, Identität und Sprache der deutschen Minderheit vorangestellt, welche weitere Zusammenhänge sichtbar machen. Více informací

  • Buch

    Das verschwundene Sudetenland

    Das verschwundene Sudetenland

    Die Sudeten früher und heute anhand von Fotografien. Unser Bestseller gibt eine bildliche Antwort auf die Fragen, die sich jeder stellt, der in die Landschaft des Grenzgebietes kommt und Lust hat, darüber nachzudenken, was uns eigentlich diese Landschaft hinterlassen hat. Více informací

  • Ausstellung

    Tragische Erinnerungsorte

    Tragische Erinnerungsorte

    Seit dem Jahr 2010 ist diese Wanderausstellung unterwegs, bei der Sie von Schülern nordböhmischer Gymnasien an tragische Stellen in ihrer Region in der Zeit von 1938 bis 1945 geführt werden. Mit einer Reihe von Geschichten aus Aussig, Komotau, Postelberg, Kaaden, Saaz und anderen Orten können Sie Einblick nehmen in das Zusammenleben der beiden Völker in der Mitte Europas. Wenn auch Sie die Wanderausstellung bestellen möchten, kontaktieren Sie uns bitte unter: info@antikomplex.cz Více informací

  • Ausstellung

    Das verschwundene Sudetenland

    Das verschwundene Sudetenland

    Die Wanderausstellung "Das Verschwundene Sudetenland" ist seit Dezember 2002 fast jeden Monat woanders zu sehen. Sie zeigt die markantensten Verwandlungen der Landschaft im Grenzgebiet - vor allem die fast unersetzbaren unwiederbringlichen Kulturverluste infolge der Vertreibung der Deutschen nach dem Krieg. Doch es ist sehr sinnvoll zu wissen, was verändert wurde und wie man damit umgehen kann. Více informací

  • Buch

    Sudetengeschichten

    Sudetengeschichten

    Die Sudeten und ihre Bewohner - die gegenwärtigen sowie die ehemaligen. Die Geschichte des Sudetenlandes wird oft nur hinsichtlich einiger weniger Jahre nach dem Krieg erzählt. Wie die Schicksale der vertriebenen Deutschen in Deutschland und der neuen Siedler im Grenzraum weiter verliefen, wird oft vergessen. Unser neues Buch versucht, das zu ändern. Více informací